Wenn Anfang Oktober die Blasmusik durchs Dorf zieht, die Tracht aus dem Kasten kommt und vor der Kirche eine prächtige Erntekrone steht, dann ist bei uns im Salzburger Land Erntedank. Für uns als Familienbetrieb, bei dem sich alles ums Korn dreht, ist das einer der schönsten Tage im Jahr. Und was passt besser dazu als ein Erntedankbrot, gebacken aus Getreide, das du kurz vorher selbst gemahlen hast?
In diesem Beitrag erzählen wir dir, was hinter dem Fest steckt, und zeigen dir unser Rezept für einen geflochtenen Brotkranz aus frisch gemahlenem Dinkel und Roggen. Er gelingt auch, wenn du noch nie geflochten hast. Versprochen.
Erntedank in Österreich: Danke sagen für das tägliche Brot
Erntedank wird in Österreich in vielen Pfarren am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, manche feiern schon Ende September. Heuer fällt der erste Oktobersonntag auf den 4. Oktober. Der Gedanke dahinter ist ganz einfach und gerade deshalb so schön: Die Felder sind abgeerntet, das Korn ist eingebracht, und man sagt Danke dafür, dass wieder genug gewachsen ist.
Früher war eine gute Ernte keine Selbstverständlichkeit. Ein verhagelter Sommer oder ein nasser August konnte für eine Bauernfamilie einen harten Winter bedeuten. Vielleicht ist Erntedank deshalb bis heute so tief verwurzelt, gerade auf dem Land.
Die Erntekrone
Das Herzstück vieler Erntedankfeste ist die Erntekrone. Sie wird aus Getreideähren gebunden, meist aus Weizen, Roggen, Gerste und Hafer, und mit Blumen und Bändern geschmückt. Oft binden Bäuerinnen, die Landjugend oder fleißige Helferinnen und Helfer aus dem Ort sie in vielen Stunden Handarbeit. Beim Erntedankumzug wird sie getragen oder auf einem geschmückten Wagen zur Kirche gebracht, begleitet von Musik, Vereinen und Menschen in Tracht.
Der Brotsegen
In der Festmesse werden die Erntegaben gesegnet: Feldfrüchte, Obst, Gemüse und vor allem Brot. Vielerorts wird gesegnetes Brot danach geteilt oder mit nach Hause genommen. Dieses Teilen gefällt uns besonders. Brot war immer schon etwas, das man miteinander isst, am Familientisch, bei der Jause auf dem Feld oder nach dem Kirchgang.
Warum frisch gemahlenes Korn so gut zu Erntedank passt
Erntedank feiert das Korn, so wie es vom Feld kommt. Und genau so kommt es auch in deine Getreidemühle: als ganzes Korn, mit Keimling und Schale. Erst wenn du es mahlst, wird daraus Mehl. Das hat ein paar schöne Vorteile:
- Voller Geschmack: Frisch gemahlenes Vollkornmehl duftet nussig und leicht süßlich. Du riechst es schon beim Mahlen.
- Das ganze Korn: Im Vollkornmehl bleiben Randschichten und Keimling erhalten, und damit Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine, die das volle Korn enthält.
- Kein Bitterton: Die Fette im Keimling können nach dem Mahlen mit der Zeit oxidieren. Wenn du direkt vor dem Backen mahlst, stellt sich diese Frage gar nicht.
- Du weißt, was drin ist: Nur Korn, sonst nichts.
Für ein Erntedankbrot ist das fast schon symbolisch: Du nimmst das Korn der Ernte und machst mit deinen eigenen Händen Brot daraus.
Rezept: Geflochtenes Erntedankbrot aus Dinkel und Roggen
Wir backen unser Erntedankbrot als Kranz, weil er an die Erntekrone erinnert und auf dem Tisch einfach festlich aussieht. Der Teig ist ein einfacher Hefeteig, du brauchst also keinen Sauerteig. Der Roggenanteil gibt kräftigen Geschmack, der Dinkel sorgt dafür, dass sich der Teig gut flechten lässt.
Zutaten für einen Kranz
- 400 g Dinkel, frisch und fein gemahlen
- 100 g Roggen, frisch und fein gemahlen
- 20 g frische Hefe (oder 7 g Trockenhefe)
- ca. 330 ml lauwarmes Wasser
- 1 TL Honig
- 10 g Salz
- 2 EL Rapsöl oder 20 g weiche Butter
- 1 TL Brotgewürz (Kümmel, Fenchel, Koriander), nach Geschmack
- etwas Milch zum Bestreichen, Sonnenblumenkerne oder Haferflocken zum Bestreuen
So geht’s
- Mahlen: Dinkel und Roggen auf feiner Stufe mahlen und in einer Schüssel mit Salz und Brotgewürz mischen.
- Hefe ansetzen: Die Hefe mit dem Honig im lauwarmen Wasser auflösen.
- Kneten: Hefewasser und Öl zum Mehl geben und etwa 6 bis 8 Minuten zu einem geschmeidigen, leicht klebrigen Teig kneten. Frisch gemahlenes Vollkornmehl quillt nach, gib also nicht gleich zusätzliches Mehl dazu. Wenn der Teig nach 10 Minuten Rast noch sehr weich ist, darfst du ein bis zwei Esslöffel nachgeben.
- Gehen lassen: Zugedeckt an einem warmen Platz 45 bis 60 Minuten gehen lassen, bis der Teig deutlich aufgegangen ist. Dinkel mag keine zu lange Gare, lieber etwas früher weitermachen.
- Flechten: Den Teig in drei gleich große Stücke teilen und jedes zu einem Strang von etwa 60 cm rollen. Die Stränge zu einem Zopf flechten, zu einem Kranz legen und die Enden gut zusammendrücken. Du kannst den Kranz auch um eine kleine ofenfeste Schüssel legen, damit die Mitte offen bleibt.
- Nochmal ruhen lassen: Auf einem Blech mit Backpapier noch 20 bis 30 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit den Ofen auf 220 °C Ober- und Unterhitze vorheizen und eine Schale Wasser auf den Ofenboden stellen.
- Backen: Den Kranz mit Milch bestreichen, mit Kernen oder Flocken bestreuen und 10 Minuten bei 220 °C backen. Dann die Wasserschale herausnehmen, auf 200 °C zurückschalten und noch 25 bis 30 Minuten fertig backen. Klingt der Boden beim Draufklopfen hohl, ist das Brot fertig.
Lass den Kranz auf einem Gitter gut auskühlen. Wir wissen, wie schwer das ist, wenn es in der ganzen Küche nach frischem Brot duftet. Aber die Krume dankt es dir.
Kleine Varianten
- Ährenbrot statt Kranz: Einen Strang nicht flechten, sondern mit einer Küchenschere schräg einschneiden und die Stücke abwechselnd nach links und rechts legen. So entsteht eine Ähre.
- Mit Flocken: Ersetze 50 g Mehl durch frische Haferflocken aus deinem Flocker. Das macht die Krume besonders saftig.
- Für den Festtisch: Lege den fertigen Kranz auf ein Holzbrett, in die Mitte ein paar Äpfel, Nüsse oder eine kleine Kerze. Fertig ist die Tischdeko.
Unser Tipp: Erntedank am eigenen Tisch feiern
Du musst nicht bei einem Umzug mitgehen, um Erntedank zu feiern. Back am Samstag dein Brot, stell am Sonntag ein bisschen Butter, einen guten Bergkäse, ein paar Äpfel und frische Kräuter dazu und lade die Familie oder die Nachbarn ein. Wenn du Kinder hast: Lass sie beim Flechten helfen. Ein etwas schiefer Kranz schmeckt genau so gut, und die Freude ist doppelt so groß.
Und vielleicht nimmst du dir beim ersten Anschneiden einen kurzen Moment und denkst an all die Menschen, die dafür gesorgt haben, dass das Korn auf deinem Tisch gelandet ist. Genau darum geht es an Erntedank.
Mit deiner Salzburger Getreidemühle das ganze Jahr Erntedank
Mit deiner Salzburger Getreidemühle holst du dir das Korn der Ernte direkt in die Küche und mahlst genau so viel, wie du gerade brauchst: für den Erntedankkranz, für dein Sonntagsbrot oder für die Weihnachtsbäckerei, die schon bald vor der Tür steht. Und mit dem Salzburger Flockenmeister werden aus dem gleichen Korn frische Flocken für dein Frühstück. Wir wünschen dir und deiner Familie ein schönes Erntedankfest und viel Freude beim Backen!




