Süßes mit Beeren kombinieren – warum?

Süßes mit Beeren kombinieren – warum?

Wenn wir an Süßigkeiten wie Schokolade oder Gummibärchen denken oder an Kuchen und Torten, dann ist wahrscheinlich den meisten von uns bekannt, dass wir diese nur in Maßen genießen sollten. Nehmen wir nämlich Kohlenhydrate nur in Form von einfachem, zweifachem oder einfach nur freiem Zucker auf, so geht dieser sehr schnell ins Blut und wir haben nachfolgend einen sehr raschen und sehr hohen Blutzuckeranstieg. Dieser kann gesundheitlich abträgliche Wirkungen mit sich bringen. Übrigens ist das nicht nur bei „Süßigkeiten“ so, zum Beispiel Weißbrot oder Cornflakes gehören da auch dazu.  Süßes mit Beeren kombinieren – warum?

Und nun zu den Beeren. Neben ihren wertvollen und wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, bringen Beeren mit ihren sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen einen blutzuckerregulierenden Effekt mit sich. Sie sind also nicht nur an sich ziemlich gesund, sondern können sogar negative Wirkungen durch den gleichzeitigen Verzehr von beispielweise Süßigkeiten oder Weißmehlprodukten auf den Blutzuckerspiegel verringern.

Es gib zwei bedeutende Studien[1] in diesem Zusammenhang, wobei wir euch eine[2] genauer vorstellen möchten: Untersucht wurden zwei Gruppen. Gruppe A erhielt ein Püree, das aus 150 g Beeren und 35 g zugesetztem Zucker bestand. Gruppe B erhielt ebenso 35 g zugesetzten Zucker und außerdem die Menge an Glukose und Fruktose, die normalerweise in den Beeren zu finden wären. Beide Gruppen konsumierten also genau dieselbe Art und Menge an Zucker. Als nach einer halben Stunde der Blutzuckerspiegel der Probanden gemessen wurde, war jener der Gruppe A (Beeren und Zucker) wesentlich geringer als der der Gruppe B (nur Zucker). Nach 1,5 Stunden fiel dann der Blutzuckerspiegel der Gruppe B (nur Zucker) sogar unter den Ausgangswert, der vor dem Zuckerverzehr gemessen wurde. Gruppe B war demnach also unterzuckert. Hingegen fiel der Blutzuckerspiegel der Gruppe A während der ganzen Untersuchung nie unter den Ausgangswert.

Das heißt, obwohl beide Gruppen dieselbe Menge an Zucker zu sich genommen hatten, stieg der Blutzuckerspiegel der Gruppe A (Beeren und Zucker) nicht so hoch an und fiel nicht so stark und schnell ab, wie jener der reinen Zucker-Gruppe.

Was wir also daraus schließen, ist, dass wir Süßes mit Beeren kombinieren sollen. Wenn wir von nun an zu jedem Stück Schokolade, das wir naschen, auch eine Handvoll Heidelbeeren essen, kann das nicht nur gut schmecken, sondern bringt auch einen gesundheitlich zuträglichen Effekt mit sich.

Und wenn ihr noch mehr zum Blutzuckerspiegelanstieg wissen wollt und was der „Second-Meal-Effekt“ ist, dann haben wir hier den richtigen Beitrag für euch >>

 

Mehr zu den Ballaststoffen >>

Mehr zu den sekundären Pflanzenstoffen >>

 

Quellen

Rittenau, N. (2019): Vegan-Klischee ade! Wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung. Mainz: Ventil Verlag UG & Co. KG, S. 306-309

https://getreidemuehle.com/was-ist-der-second-meal-effekt/

[1] Törrönen, R., Kolehmainen, M., Sarkkinen, E., Mykkänen, H. & Niskanen, L. (2012): Postprandial glucose, insulin and free fatty acid responses to sucrose consumed with blackcurrants and lingonberries in healthy women. Am J Clin Nutr, 96(3), 527-533

[2] Törrönen, R., Sarkkinen, E., Niskanen, T. Tapola, N., Kilpi, K. & Niskanen, L. (2012): Postprandial glucose, insulin and glucagon-like peptide 1 responses to sucrose ingested with berries in healthy subjects. Br J Nutr, 107(10), 1445-1451