In wenigen Tagen ist es wieder so weit. Die Schultaschen stehen bereit, die Hefte sind eingebunden – und ab Montag stellt sich jeden Abend aufs Neue dieselbe Frage: Was kommt morgen in die Jausenbox?
Wir haben drei Rezepte zusammengestellt, die genau dieses Problem lösen. Alle drei lassen sich am Wochenende vorbereiten, alle drei halten mehrere Tage oder wandern ins Gefrierfach, und alle drei schmecken auch noch um zehn Uhr vormittags, wenn die Box schon vier Stunden in der Schultasche liegt.
Was ein gutes Jausenbrot können muss
Bevor es zu den Rezepten geht: Schulbrot hat andere Anforderungen als das Brot, das am Sonntag frisch auf den Tisch kommt.
Es muss kalt schmecken. Was warm hervorragend ist, kann kalt fad wirken. Kräftige Zutaten – Karotte, Käse, Kerne – tragen den Geschmack auch ohne Ofenwärme.
Es darf nicht durchweichen. Eine feste, nicht zu offenporige Krume hält Feuchtigkeit besser aus als ein luftiges Weißbrot.
Es muss mit einer Hand zu essen sein. In der zehnminütigen Pause bleibt keine Zeit fürs Zerlegen.
Und es sollte länger sattmachen als bis zur dritten Stunde. Genau hier spielt Vollkorn seine Stärke aus: Die Ballaststoffe aus Schale und Keimling verlangsamen die Verdauung, der Blutzucker steigt flacher an als bei Weißmehl. Kein Wundermittel – aber ein spürbarer Unterschied zwischen „hält bis Mittag“ und „hat nach einer Stunde wieder Hunger“.
Zum Mehl: warum frisch gemahlen gerade hier zählt
Kinder sind ehrliche Verkoster. Wenn Vollkornbrot bitter oder kratzig schmeckt, wandert es ungegessen zurück nach Hause – und der Ruf ist ruiniert.
Der bittere Beigeschmack, den viele mit Vollkorn verbinden, kommt aber nicht vom Vollkorn. Er kommt vom Alter des Mehls. Die Öle im Keimling oxidieren nach dem Mahlen, und gekauftes Vollkornmehl hat diesen Weg oft wochenlang hinter sich. Frisch gemahlenes Mehl schmeckt stattdessen nussig und leicht süßlich.
Für alle drei Rezepte mahlen Sie fein – auf einer Getreidemühle MAX SPEZIAL oder einer vergleichbaren Mühle dauert das wenige Minuten. Dinkel ist bei Kindern meist beliebter als Weizen, weil er milder und leicht nussig ist.
1. Karotten-Dinkelbrot aus der Kastenform
Das Arbeitspferd unter den Jausenbroten. Die geriebene Karotte hält es tagelang saftig, und Kinder, die sonst um Gemüse einen Bogen machen, essen es bedenkenlos – sichtbar sind nur orange Sprenkel.
Für eine Kastenform (25 cm), etwa 16 Scheiben
- 400 g Dinkelvollkornmehl, frisch gemahlen
- 100 g feine Haferflocken
- 200 g fein geriebene Karotten (etwa 2 große)
- 1 Päckchen Trockengerm oder 21 g frische Germ
- 350 ml lauwarmes Wasser
- 2 EL Apfelessig
- 1,5 TL Salz
- 2 EL Sonnenblumenkerne, 2 EL Kürbiskerne
1. Teig ansetzen
Alle trockenen Zutaten mischen. Wasser und Essig zugeben und drei bis vier Minuten kräftig verrühren – der Teig ist weich und wird nicht geknetet wie ein Laibbrot.
2. Karotten unterheben
Die geriebenen Karotten und die Kerne unterrühren. Ein paar Kerne für obendrauf zurückbehalten.
3. Gehen lassen
In die gefettete Kastenform füllen, glattstreichen, restliche Kerne aufstreuen. Zugedeckt 45 bis 60 Minuten gehen lassen.
4. Backen
Bei 190 °C Ober-/Unterhitze 45 bis 50 Minuten backen. Klopfprobe: Klingt der Boden hohl, ist das Brot fertig.
5. Auskühlen
Vollständig auskühlen lassen, bevor Sie schneiden – sonst wird die Krume klebrig. In ein Leinentuch gewickelt hält es vier Tage frisch.
Der Essig ist kein Tippfehler: Er macht den Teig geschmeidiger und verlängert die Frischhaltung spürbar. Schmecken tut man ihn nicht.
2. Vollkorn-Weckerl auf Vorrat
Zwölf Stück am Sonntag gebacken, elf davon ins Gefrierfach. Am Vorabend nehmen Sie eines heraus, morgens ist es aufgetaut – ohne Aufbacken, ohne Planung.
Für 12 Stück
- 500 g Dinkel- oder Weizenvollkornmehl, frisch gemahlen
- 300 ml lauwarme Milch (oder Wasser)
- 1 Päckchen Trockengerm
- 40 g weiche Butter
- 1 TL Honig
- 1,5 TL Salz
- zum Bestreuen: Sesam, Mohn oder Haferflocken
1. Kneten
Alle Zutaten acht bis zehn Minuten zu einem geschmeidigen Teig kneten. Vollkornteig wirkt anfangs klebrig – nicht zu viel Mehl nachgeben, er festigt sich beim Kneten.
2. Erste Gare
Zugedeckt etwa 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.
3. Formen
In zwölf gleich große Stücke teilen und rund oder länglich formen. Auf ein Blech setzen, mit Wasser bepinseln und in Sesam, Mohn oder Haferflocken wenden.
4. Zweite Gare
Nochmals 25 Minuten gehen lassen.
5. Backen
Bei 200 °C 15 bis 18 Minuten goldbraun backen.
6. Einfrieren
Vollständig auskühlen lassen, dann einzeln in Gefrierbeutel. So bleiben sie bis zu drei Monate gut.
3. Herzhafte Käse-Kräuter-Muffins
Für die Tage, an denen kein Aufstrich mehr im Kühlschrank ist. Der Käse steckt schon drin, es braucht nichts weiter dazu – und Muffins gelten bei Kindern als Kuchen, auch wenn sie es nicht sind.
Für 12 Stück
- 250 g Dinkelvollkornmehl, frisch gemahlen
- 2 TL Backpulver
- 150 g geriebener Bergkäse oder Gouda
- 200 ml Milch
- 2 Eier
- 60 g zerlassene Butter
- 3 EL gehackte Kräuter (Schnittlauch, Petersilie)
- 0,5 TL Salz, etwas Pfeffer
1. Trocken und feucht getrennt mischen
Mehl, Backpulver, Salz und Pfeffer in einer Schüssel verrühren. In einer zweiten Milch, Eier und die zerlassene Butter verquirlen.
2. Zusammenführen
Beides nur so lange vermengen, bis kein Mehl mehr sichtbar ist. Zu langes Rühren macht Muffins zäh – ein paar Klümpchen sind völlig in Ordnung.
3. Käse und Kräuter unterheben
Zwei Esslöffel Käse für obendrauf zurückbehalten.
4. Backen
In die Muffinform füllen, restlichen Käse aufstreuen und bei 180 °C 20 bis 25 Minuten backen.
Die Muffins halten drei Tage im geschlossenen Behälter und lassen sich ebenfalls einfrieren.
Drei Handgriffe, die den Unterschied machen
Die Feuchtigkeitsfalle. Gurke und Tomate wässern jedes Brot. Packen Sie sie in ein eigenes kleines Fach oder legen Sie ein Salatblatt zwischen Brot und Belag.
Die Sonntagsroutine. Ein einziger Backvormittag deckt die ganze Woche ab: Karottenbrot in die Form, Weckerl aufs Blech, Muffins in die Mulden. Der Ofen läuft ohnehin.
Mitentscheiden lassen. Kinder essen zuverlässiger, was sie selbst mit ausgesucht haben. Zwei Sorten zur Wahl stellen genügt – die Entscheidung fühlt sich für sie groß an, für Sie ändert sie wenig.
Wie Geschmack bei Kindern überhaupt entsteht und warum Vollkorn manchmal ein paar Anläufe braucht, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben: Kinder & Vollkorn – wie Geschmack gelernt wird.
Einen guten Schulstart!
Welches Jausenbrot kommt bei Ihren Kindern am verlässlichsten leer zurück? Schreiben Sie es uns in die Kommentare – wir sammeln Ideen für einen zweiten Teil.




